Kampfkünste / Selbstverteidigung

Selbstverteidigung ist heute leider ein Thema in der Gesellschaft. Die Gewaltbereitschaft der Bevölkerung bzw. einzelner Gruppen nimmt immer mehr zu. Eine fundierte Ausbildung in der SV wird somit immer wichtiger. Dies bedeutet aber nicht, daß sich jedermann zu einem Schläger ausbilden lassen soll. Mittlerweile werden an jeder Ecke SV-Kurse angeboten, die oftmals dazu dienen, den Teilnehmern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn man also einen Kurs besuchen will, muß man sich vorher eingehend nach der Seriösität des Anbieters und nach den geplanten Inhalten eines solchen Kurses erkundigen.

Vielfach gibt es nur sogenannte Technikkurse, das heißt der Teilnehmer lernt eine Vielzahl von SV-Techniken und einige Wochen nach dem Kurs hat er/sie alles wieder vergessen. Unsere These ist es, daß ein Kurs noch keinen perfekten Selbstverteidiger macht. Aber es gilt auch, ein Kurs ist besser als keiner.

Gefahren erkennen

An erster Stelle muß in einem Kurs der Grundsatz vermittelt werden, daß Weglaufen keine Schande ist. Der alte Gedanke: Wer wegläuft, der ist feige; der gilt heute nicht mehr. Man muß seinen 6. Sinn wieder schärfen. Einer gespürten und somit erkannten Gefahr auszuweichen, ist allemal besser als anschließend im Krankenhaus wieder aufzuwachen. Bestimmte Gruppen schrecken auch vor Totschlag nicht zurück. Die Gesundheit sollte einem über alles gehen. Jedoch ist man verpflichtet, in Not geratenen Personen zu helfen. Diese Hilfe kann schon dadurch erbracht werden, daß man die Polizei ruft. Bei der Nothilfe ist es wichtig, daß man sich nicht selber in große Gefahr begibt. Nicht den Helden spielen, dieses hilft auch dem Opfer nicht. Weiterhin ist es wichtig, das eigene Selbstbewußtsein zu stärken. Wer immer als Duckmäuser herumläuft ist schon ein potentielles Opfer. Wer jedoch selbstsicher auftritt, kann in vielen Fällen dadurch schon manche kritische Situation meistern. Man darf selbstsicheres Auftreten nicht mit aggressivem Auftreten verwechseln, mit geballten Fäusten und grimmigem Gesichtsausdruck herumlaufen, reizt ebenfalls zu gewalttätigen Handlungen.

Keine Patentrezepte

Eines ist auch unerläßlich zu wissen: Es gibt keine Patentrezepte in der Selbstverteidigung. Jede Situation, in die man geraten kann, ist anders und erfordert deshalb andere Handlungsweisen. Darum soll ein SV-Kurs immer viele mögliche Situationen aus dem täglichen Leben trainieren. Als Vorlagen können hierzu Zeitungs- und Fernsehberichte dienen, die dann möglichst real “nachgespielt” werden. Wenn jemand da ist, der leider schon mal in einer SV-Situation war, so kann diese auch als Vorlage dienen, aber nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Person. Im Situationstraining sind einfache Techniken zu bevorzugen. Denn solche Techniken prägen sich besser in das Gedächtnis der Teilnehmer ein.

Wendet der Aggressor Waffengewalt (Pistole, Messer) an, hat man eigentlich kaum noch eine Möglichkeit, sich wirkungsvoll zu verteidigen. In einer solchen Situation ist es wichtiger denn je, Ruhe zu bewahren und zu kommunizieren. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit für eine Flucht oder einen Überraschungsangriff, um die Flucht vorzubereiten. Einen Angriff zu starten, setzt jedoch jahrelanges Training voraus.

Taekyon Diestelbruch

Kampfkunst und Selbstverteidigung

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